Hellste-Koepfe. Oktober 2012.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Oktober 2012
kommentiert von Dr. med. Diane Renz (Charité Berlin)

Atlas Klinische Neuroradiologie des Gehirns

Jennifer Linn / Martin Wiesmann / Hartmut Brückmann

2011, 1. Auflage, 523 Seiten, 643 Abbildungen in 1993 Einzeldarstellungen, gebunden. Springer, Berlin / Heidelberg

ISBN: 978-3-540-89568-8

Kurzbeschreibung

Der „Atlas Klinische Neuroradiologie des Gehirns“ ist ein geeignetes Nachschlagewerk auch zur Recherche seltener Befunde während der täglichen Befundung. Durch die ausgesprochen übersichtliche Darstellung, den prägnanten, stichwortartigen Text und das umfassende Bildmaterial gelingt ein schneller Überblick bezüglich der verschiedenen Differenzialdiagnosen und ein nützlicher Vergleich des vorliegenden Falles mit den mehr als 1900 Abbildungen. Besonders liebevoll gestaltet präsentiert das erste Kapitel die Anatomie des Gehirns, indem es detailliert für die Befundung wichtige anatomische Grundkenntnisse darstellt.

Zielgruppe

Der Lehratlas ist gut für radiologische Assistenz- und Fachärzte, aber auch für interessierte Mediziner anderer Fachrichtungen als ein fundiertes Nachschlagewerk geeignet. Für Neuroradiologen ist das Buch zum Einstieg sehr nützlich; für einen tieferen Einblick in die Materie sind jedoch weitere, auf dem Markt befindliche Fachbücher mit ausführlicherem Textinhalt hinzuzuziehen. Als alleiniges Werk, das sämtliche Gebiete aus der Neuroradiologie abdeckt, ist das Buch ebenfalls nur bedingt geeignet, da es die Bildgebung der Wirbelsäule, aber auch Erkrankungen aus den Fachbereichen Augen- und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde nicht berücksichtigt.

Aufbau

Das übersichtliche Layout, komplettiert durch ein großes Format, ermöglicht eine rasche Orientierung. Im ersten Abschnitt begeistert das Buch durch eine hervorragende Übersicht der für eine präzise Befunderstellung wichtigen anatomischen Strukturen des Gehirns. Neben vielen Magnetresonanztomografie (MRT)-Aufnahmen und Subtraktionsangiografien wird die Anatomie anhand vieler Schemazeichnungen, aber auch durch Präparatefotos abgebildet. Die nachfolgenden Kapitel beschreiben die Pathologien des Gehirns in gewohnter Reihenfolge: Vaskuläre Erkrankungen, Tumoren und Raumforderungen, infektiöse und entzündlich-demyelinisierende Erkrankungen, Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen, degenerative und metabolisch-toxische Erkrankungen sowie Demenzen und andere erworbene degenerative Erkrankungen.

Der Aufbau jedes Kapitels ist einheitlich strukturiert. Jedes Krankheitsbild wird zunächst anhand von Epidemiologie, Ätiologie/ Pathogenese, Klinik, Verlauf und Prognose vorgestellt. Typische bildmorphologische Charakteristika sind anschließend stichwortartig aufgeführt, getrennt für verschiedene Modalitäten (am häufigsten anhand von Computertomografie, MRT und Subtraktionsangiografie) sowie getrennt auch für die Darstellung in verschiedenen MRT-Sequenzen. Die Nennung zahlreicher Differenzialdiagnosen und weiterführende Literaturangaben schließen die Beschreibung jeder einzelnen Erkrankung ab.

Didaktik

Der Text des Buches ist äußerst prägnant und stichwortartig. Mehrere Tabellen unterstützen die übersichtliche Darstellung und das lesefreundliche Layout. In dem zweiten Abschnitt des Buches über die Pathologien des Gehirns hätten Schemazeichnungen das Verständnis an der einen oder anderen Stelle optimiert. Um die charakteristischen Befunde anschaulicher zu verdeutlichen, hätten die Bildbeispiele an manchen Stellen durch eine größere Darstellung an Aussagekraft gewonnen. Einzelne Aufnahmen sind leider hinsichtlich ihres Kontrastes und ihrer Auflösung von geringerer Qualität, vereinzelt finden sich auch Bewegungsartefakte; zudem fehlen differenzierte Angaben, ob es sich bei den jeweiligen Abbildungen um eine 1,5- oder 3-Tesla-Bildgebung handelt. Positiv hervorzuheben ist das umfassende Bildmaterial – im Prinzip sind alle aufgeführten Erkrankungen anhand repräsentativer Aufnahmen abgebildet – sowie die detaillierte Beschreibung der Morphologie anhand verschiedener Modalitäten und Sequenzen als auch die große Bandbreite; das Fachbuch berücksichtigt durchaus auch sehr seltene Erkrankungen des Gehirns.

Preis

Der Ladenpreis beträgt 249 €.

Fazit

Die erste Auflage dieses Lehratlanten über die klinische Neuroradiologie des Gehirns ist gut als Nachschlagewerk für die tägliche Befundung geeignet. Durch das übersichtliche Layout und den prägnanten, stichwortartigen Text gelingt eine äußerst schnelle Orientierung. Das umfassende Bildmaterial veranschaulicht auch sehr seltene Pathologien des Gehirns, wobei einzelne Aufnahmen leider hinsichtlich Kontrast und Auflösung von geringerer Qualität sind. Herausragend ist der erste Abschnitt mit einer exzellenten Beschreibung der Neuroanatomie des Gehirns; auf das zeitintensivere Nachschlagen in anatomischen Grundlagenbüchern kann damit verzichtet werden.

 

 

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