Hellste-Koepfe. September 2010.
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September 2010
kommentiert von Dr. med. Diane Renz (Charité Berlin)

Knochentumoren – mit Kiefertumoren

Freyschmidt, Jürgen / Ostertag, Helmut / Jundt, Gernot

2010, 3. Auflage, 1061 Seiten, 643 Abbildungen in 2995 Einzeldarstellungen, gebunden.

Springer, Berlin

 

Kurzbeschreibung

Das Fachbuch informiert sehr detailliert über sämtliche Knochentumoren, inklusive Raumforderungen des Kiefers. Neben der Radiologie geht das Buch auch auf die makroskopische und mikroskopische Pathologie, die Häufigkeit, charakteristische klinische Symptome, das typische Manifestationsalter, klassische Lokalisationen, mögliche Therapien und Differentialdiagnosen ein. Auch sehr seltene Tumoren wie z.B. das primäre Leiomyosarkom des Knochens werden charakterisiert und illustriert.

Zielgruppe

Die klare Systematik und der Anspruch an Vollständigkeit machen das Buch zu einem idealen Nachschlagewerk für Assistenzärzte in Ausbildung und Fachärzte, und zwar nicht nur für Radiologen, sondern auch für Pathologen und Orthopäden.

Aufbau

In den ersten Kapiteln liefert das Buch eine Einführung in die Klassifikation von primären Knochentumoren und tumorähnlichen Läsionen, zudem Einblicke in die Klinik und das Tumorstaging. Des Weiteren werden verschiedene radiologische und nuklearmedizinische Verfahren wie die Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Skelettszintigraphie und ihr Stellenwert in der Diagnostik von Knochentumoren vorgestellt. Auch die bekannte Klassifikation nach Lodwick, die im Wesentlichen auf dem radiologischen Destruktionsmuster der Tumoren beruht, wird umfassend beschrieben.
Die speziellen Kapitel sind unterteilt nach den Entitäten der Tumoren: Knochenbildende, knorpelbildende, fibrogene, lipogene, vaskuläre Raumforderungen etc. Dabei wird jeder spezielle Tumor in einem eigenen Unterkapitel vorgestellt; die überarbeitete 3. Auflage orientiert sich an der revidierten WHO-Klassifikation der Knochentumoren aus dem Jahre 2002. Abschließend werden Kiefertumoren und Knochenmetastasen in je einem eigenen Kapitel beschrieben.
Insgesamt ist der Aufbau des Fachbuches sehr systematisch; die Orientierung gelingt aufgrund der übersichtlichen Darstellung schnell.

Didaktik

Die Charakterisierung der Tumoren ist verständlich und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Am Anfang jedes Unterkapitels stehen der ICD-O-Code, Synonyme und die WHO-Definition der speziellen Tumoren. Jeder Knochentumor wird detailliert dargestellt, unterteilt nach u.a. Pathologie, Genetik, Häufigkeit, Klinik, radiologischer Diagnostik und Differentialdiagnostik. Dabei wird die typische Bildgebung mit klassischen morphologischen Charakteristika beschrieben, und zwar in verschiedenen radiologischen und nuklearmedizinischen Verfahren. Zahlreiche pathologische und radiologische Abbildungen – vor allem projektionsradiographische und CT-Bilder sowie einige MRT-Sequenzen und Skelettszintigraphien – veranschaulichen die Beschreibungen. Eine etwas höhere Anzahl von MRT-Bildern wäre jedoch wünschenswert. Schemazeichnungen kommen nur relativ wenige vor; ein höherer Anteil hätte das Verständnis an der einen oder anderen Stelle optimiert. Am Ende jedes Kapitels werden weiterführende Literaturangaben genannt. Insgesamt sind die Knochentumoren umfassend und interdisziplinär sowie sehr detailgetreu charakterisiert; lediglich auf neueste nuklearmedizinische Verfahren, wie die Positronenemissionstomographie, wird nicht genau eingegangen.

Preis

Der Ladenpreis beträgt 229,00 €. Die umfassende Darstellung und die zahlreichen Abbildungen machen das Fachbuch zu einem deutschsprachigen Standardwerk – ideal zum Nachschlagen, aber auch als Einstieg für wissenschaftliches Arbeiten über Knochentumoren oder detailliertes Lernen für interessierte Assistenzärzte.

Fazit

Die 3. Auflage des Fachbuches „Knochentumoren“ ist aufgrund der klaren Systematik, der umfassenden Darstellung und der zahlreichen radiologischen aber auch pathologischen Bilder ein insgesamt gelungenes Standard- und Nachschlagewerk.

 

 

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