Hellste-Koepfe. Endlich Assistenzärztin - Teil 7.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Endlich Assistenzärztin - Teil 7
Der erste Dienst

von Anne Schmitz, 12.11.2012

Für unsere Korrespondentin Anne Schmitz steht schon lange fest, dass sie Radiologin werden möchte. Anfang Februar 2012 hat sie ihre Stelle als Weiterbildungsassistentin an der Universitätsklinik Heidelberg angetreten. In einem „Weiterbildungs-Tagebuch“ berichtet sie für uns über Ihre ersten Monate als angehende Fachärztin.


Nach dem langersehnten Urlaub konnte ich frisch, motiviert und erholt in den Oktober starten. Die Arbeit ging mir wieder wesentlich besser von der Hand, denn drei Wochen Urlaub sind sehr erholsam und geben neue Kraft. Ich hatte Spaß an der Arbeit und konnte mich darauf freuen, morgens den Dienst anzutreten. Ich denke, dass ich auch wieder aufnahmefähiger war und viel lernen konnte im letzten Monat.

Der Monat begann zuerst wie immer und ich arbeitete am CT oder auch am MRT. Dann wurde eine Kollegin krank und es galt, den Tagdienst an einem Sonntag neu zu besetzen. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Dienste an Wochenenden oder Feiertagen gemacht hatte, wurde ich gefragt, diesen Dienst zu übernehmen. Mir war zwar etwas mulmig zumute, dennoch sagte ich zu.

So absolvierte ich also im Oktober meinen allerersten Dienst als Assistenzärztin in der Radiologie bzw. Neuroradiologie. Ich habe mich im Vorfeld natürlich gut mit Lebensmitteln ausgerüstet, die die Konzentration fördern und die Panik unterdrücken… ganz wichtig: Cola, Kaffee und Schokolade. Dann natürlich Bananen und Brot, denn immerhin dauerte der Tagdienst 12 Stunden.

Gut gewappnet traf ich an besagtem Sonntag in der Klinik ein und hoffte, dass nichts Schlimmeres passieren würde. Ich musste MRT und CT abdecken, wobei im Dienst lediglich bei Notfallindikationen ein MRT durchgeführt wird. Zu meinem Glück war meine Hintergrundoberärztin in der Klinik und stand mir bis zum Nachmittag immer für alle Fragen zur Verfügung. Nachmittags ging sie, und ich war auf mich gestellt (wobei ich natürlich jederzeit meine Oberärztin hätte anrufen können).

Die Zeit verging anfangs relativ schnell, denn es mussten einige Kontroll-CTs bei Intensivpatienten gemacht werden. Nach dem „Routine-Programm“ befundete ich unzählige Schädel-CTs von Patienten aus der Notambulanz oder von Notfällen auf den Normalstationen. Zwischendurch flatterten zudem teleradiologische Konsile herein, bei denen ich vor Durchführung des CTs die Indikation stellen musste.

Als Uniklinik betreuen wir in den Diensten auch viele kleinere, umliegende Krankenhäuser wie Mosbach, Sinsheim und Co. Ich erhalte dann ein Fax mit den Angaben zum Patienten/zur Patientin und, nachdem die Bilder gemacht wurden, werden sie per PACS zu uns gesendet. Ich kann sie mir im Anschluss bei uns auf den Befundungsmonitoren anschauen und befunden. Telefonisch und per Fax wird anschließend der Befund übermittelt. Im Tagdienst kommen auf diesem Wege ungefähr 10-15 Untersuchungen zusätzlich zu den eigenen CTs zur Befundung dazu. Ich muss die Patienten selber im System eingeben und anmelden. Ich habe mir vor dem Dienst alles genau erklären lassen, denn wenn man das nicht kann, ist man völlig aufgeschmissen.

Zu den normalen Schnittbildern können natürlich auch Angiographien dazukommen, wenn ein Patient mit einem Schlaganfall oder einer  Blutung eine Intervention benötigen. Auch davor war mir ein wenig mulmig, denn ich bin noch nie in der Angiographie gewesen und stelle mir das schwer vor. Glücklicherweise war es nicht nötig den Hintergrundoberarzt der Angiographie hereinzurufen, und ich hatte lediglich Schnittbilder zu befunden.

Mein erster Dienst verlief alles in allem ganz gut. Ich hatte zwar anfangs Angst und mir war nicht wohl bei dem Gedanken, dass ich alleine in der Klinik für die Schädelbefundung zuständig war, dennoch konnte ich den Tag meistern. Ich glaube es ist wichtig, auch einmal alleine zu sein, denn so lernt man am meisten! Man muss mit den Klinikern zusammenarbeiten und erfragen, welche Klinik die Patienten aufweisen, so kommt man leichter zum Befund. Obwohl ich oft dachte, ich könnte die Bilder nicht ohne Oberarzt befunden, war ich im Anschluss doch stolz darauf meinen ersten Dienst gemacht zu haben und  nun einen Schritt weiter im Dasein einer Ärztin zu sein.

Dieser Tag hat mir noch lange in den Knochen gesteckt, denn 12  Stunden Adrenalin am Stück fordern ihren Tribut und ich bin die ganze Woche über müde gewesen. Glücklicherweise hatte ich das nächste Wochenende komplett frei und konnte aufgrund des Freizeitausgleichs auch noch den Montag zur Erholung nutzen. Die nächste Woche konnte beginnen.

 

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