Forschung in der Radiologie
„Wie ein Detektivspiel“
findet der diesjährige Röntgenpreisträger, Privatdozent Dr. Thomas Lauenstein, die Arbeit des Radiologen. Im Gespräch mit der Redaktion von www.hellste-koepfe.de:
Wie sind
Sie zur Radiologie gekommen?
Obwohl ich im PJ nicht Radiologie als Wahlfach
hatte, ist in dieser Zeit das Interesse für Radiologie geweckt worden – auch
weil es als "Schnittstelle" zwischen verschiedenen Fächern fungiert.
Was
fasziniert Sie an der medizinischen Bildgebung?
Man kann jeden Fall (also jede Bildgebung) mit
einem Detektivspiel vergleichen. Man hat klinische Informationen zu einem
Patienten und muss anhand der Bildgebung "Indizien" sammeln und alles
in einen stimmigen Kontext bringen.
Was raten
Sie einem Medizinstudenten, der sich für die Radiologie interessiert?
Auf jeden Fall in der Radiologie zu famulieren!
Hier bekommt man sicher einen ganz konkreten Einblick, was das Fach bietet.
PD Dr. Thomas Lauenstein, Essen
Für seine Habilitationsschrift „Morphologische MR-Tomografie des Gastrointestinaltraktes“
erhielt Privatdozent Dr. Thomas Lauenstein, Essen, den Röntgenpreis 2010. Seine
Untersuchungen haben gezeigt, dass Polypen in der risikoreichen Größe ab einem
Zentimeter bei der virtuellen Koloskopie mittels MRT mit einer Trefferquote von
über 90 Prozent erkannt werden können. Die Zukunft für dieses Verfahren sieht
Lauenstein in der Ergänzung zur Darmspiegelung. „Die virtuelle Koloskopie
mittels MRT, die anders als die CT ohne Strahlung auskommt, wird für all jene
Zielgruppen bedeutsam, die sich in der Früherkennung nicht der invasiven
Endoskopie unterziehen möchten“, erklärt Dr. Lauenstein. Das kolorektale
Karzinom, der Darmkrebs, ist eine der häufigsten bösartigen Krebserkrankungen.
Bei frühzeitiger Erkennung von Krebsvorstufen, die sich in Polypen an der
Darmwand zeigen, ist die Heilungsrate sehr günstig. Der Darmkrebs wächst nur
langsam.
