Hellste-Koepfe. Der erste Postervortrag.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Der erste Postervortrag

Bereits als Doktorand kann man viele wertvolle Erfahrungen innerhalb der „Scientific Community“ sammeln: Man kann etwa seine eigenen Forschungsergebnisse zur Veröffentlichung einreichen, sie selbst auf einem nationalen oder internationalen Kongress vortragen, oder aber auch einen sogenannten Postervortrag bei einem Kongress präsentieren. Fatih Seker, Doktorand aus Mannheim, hat diese Chance bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) ergriffen: Beim „neuroRAD“ vom 11.- 13. Oktober 2012 in Köln war er Posterreferent, und gewann mit seiner Präsentation sogar den Aneurysma- und AVM-Forschungspreis 2012.

von Fatih Seker, 01.11.2012

In meiner Doktorarbeit, einem Kooperationsprojekt der Abteilung für Neuroradiologie, der Experimentellen Strahlentherapie und der Kardiovaskulären Physiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim, habe ich mich experimentell mit der lokalen Wirkung von Nimodipin auf spastische Hirngefäße befasst (siehe „Experimentelle Doktorarbeit in der Radiologie“). Nach der Auswertung unserer Experimente beschlossen meine Betreuerin Frau PD Dr. Carolin Brockmann und ich, ein wissenschaftliches Poster zu unserer Arbeit bei der Jahrestagung der DGNR einzureichen. Mit über 1.000 Besuchern ist der „neurRAD“ der größte nationale Kongress Europas zum Thema diagnostische und interventionelle Neuroradiologie.

Der erste Schritt: Ein interessanter Abstract

Die Kongressleitung der DGNR gibt für jede Jahrestagung verschiedene Themengebiete vor, zu denen Poster eingereicht werden können. Da es sich bei unserer Arbeit um Grundlagenversuche zur intra-arteriellen Therapie cerebraler Vasospasmen handelt, haben wir uns für das Thema „Interventionelle Neuroradiologie“ entschieden.

Die Einreichung des Posters konnten wir vollständig online vornehmen: Nach einer Registrierung auf der Kongress-Webseite werden ein Abstract und die dazugehörigen Abbildungen hochgeladen. Ein Komitee der DGNR entscheidet dann darüber, welche der eingereichten Poster für den Kongress akzeptiert werden. Die eigentliche Arbeit besteht deshalb darin, den Abstract interessant und leicht verständlich zu formulieren.

Als die Zusage von der Kongressleitung per Email eintraf, war die Freude natürlich groß! Überraschenderweise bekamen wir eine weitere Email: Unser Poster wurde mit dem Aneurysma- und AVM-Forschungspreis 2012 ausgezeichnet, der vom Verein für Hirn-Aneurysma-Erkrankte - Der Lebenszweig e.V. gestiftet wird. Eine besondere Form der Anerkennung und für mich ein Ansporn, an der Doktorarbeit weiterzuarbeiten!

Der zweite Schritt: Ein aussagekräftiges Poster

Nach der Zusage ging es um die Erstellung des eigentlichen Posters, für die man z.B. Microsoft Powerpoint verwenden kann. Bei der Gestaltung sollte man insbesondere darauf achten, dass

  • das Poster selbsterklärend und verständlich ist.
  • man nicht zu viel Text auf das Poster setzt.
  • die Abbildungen eine hohe Auflösung und Bildqualität haben.

Ist das Poster erstellt und vom Betreuer erst einmal abgesegnet, kann man es in den Druck geben.

Der dritte Schritt: Ein gut vorbereiteter Vortrag

Die Poster wurden beim Kongress im Rahmen einer Posterbegehung der Reihe nach präsentiert. Jedem Referenten stand dabei eine Redezeit von drei Minuten zur Verfügung. Anschließend waren je Poster zwei Minuten Diskussionszeit vorgesehen, in denen die Zuhörer Fragen stellen konnten und das Poster kritisch diskutiert wurde. Da die Vortragszeit knapp bemessen war, lag die Kunst darin, meinen Vortrag gut einzustudieren, um den zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen. Ich musste mir sehr genau überlegen, welche Details der Präsentation für das Verständnis der Arbeit wichtig sind und was man nicht unbedingt in den Vortrag mit aufnehmen muss. Mir persönlich hat es geholfen, einen Probevortrag vor meiner Betreuerin und weiteren Kollegen zu halten. Denn hier erhielt ich wertvolle Rückmeldung und Hinweise, wie ich den Vortrag weiter verbessern konnte.

Meine Posterpräsentation verlief trotz Nervosität gut und ohne Pannen. Erfreulicherweise stieß unsere Arbeit auf großes Interesse bei den Zuhörern und regte eine lebhafte Diskussion an.

Fazit: Eine goldwerte Erfahrung

Im Gegensatz zu einem üblichen Vortrag habe ich die Posterpräsentation als deutlich interaktiver erlebt. Da das Publikum wesentlich kleiner ist, ergeben sich bessere Möglichkeiten, die Ergebnisse zu diskutieren.

Ich kann jedem Doktoranden empfehlen, seine Forschungsergebnisse bei einem Kongress einzureichen. Die Erfahrung  ist Gold wert, insbesondere wenn man nach dem Studium wissenschaftlich tätig sein möchte.




Fatih Seker (2. v. rechts) bei der Verleihung des Aneurysma- und AVM-Forschungspreises 2012 (Quelle: www.dgnr2012.de)

 

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