Hellste-Koepfe. Kongressbericht von Désirée Kopf (Hannover) - GEWINNERBEITRAG.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Kongressbericht von Désirée Kopf (Hannover) - GEWINNERBEITRAG

Wie war's? Die Stipendiatin Désirée Kopf berichtet von ihren Eindrücken und Erfahrungen beim Röntgenkongress in Hamburg.

Nachlese zum Deutschen Röntgenkongress 2012

Es ist eine Woche nach dem Kongress: „Röntgen, Röntgen“ tönt es durch die Wohnung. Mein Kleiner hüpft vergnügt auf dem Sofa. Ich schaue ihn ein wenig erstaunt an. Das also hat der Zweijährige Blondschopf in Hamburg gelernt während er mit den anderen Kindern über den Kongress stiefelte. Und dann kommen da noch ganz viele aufgeregte Worte und Sätze zu Hamburg, Schiff fahren, Pirat, Zug fahren, Bild gemalt....

Genau das ist der Weg den Gegensätzen zu begegnen....Mutter mit Kind und dann auch noch Stipendiatin beim Röntgenkongress – war wohl für einige eine komische Mischung – doch das Lachen meines Sohnes ist der Beweis, dass es funktioniert! 

Hannover-Hamburg; eine Stunde 25 und wir steigen an den Landungsbrücken bei etwas bewölktem Himmel aber noch trockenen Straßen aus dem Zug. Wir, das sind ich und mein zweijähriger Sohn. Erst einmal die frische Brise Hamburgs wirken lassen und dann geht es den Berg zum Hostel nach oben. Auf der Anfahrtskarte steht wie man auch die Treppenstufen umgehen kann – also nehmen wir den Weg außen herum...Kinderwagen voran...Koffer in der anderen Hand hinterher....nach einigen anstrengenden Minuten sind wir oben angekommen...Schweißperlen stehen auf meiner Stirn, vor mir im Wagen höre ich: „Mama, Schiffe, guck a mal“

Der Blick von hier oben belohnt schon die Mühen des Aufstieges. Im Hostel geben wir nur schnell das Gepäck ab und wollen gleich weiter....da überrascht uns der erste dicke Regenschauer...also erst nochmal Gummistiefel an, Regenschirm aufgespannt...dann kann es endlich losgehen. Aufgeregt stapfen wir dem Kongresszentrum entgegen.

„Spielzimmer, Spielzimmer“ ruft der Kleine aufgeregt. Auch ich bin ein wenig aufgeregt, ob das so alles klappen wird mit der Kinderbetreuung und dem Kongress, etc. .... es ist eben unser erster Kongress – sowohl für Mama als auch für das Kind. ...Dort angekommen werden wir von einem super Angebot an Spielsachen, einer großen Anzahl an freundlichen Betreuern und einem wirklich großen Spielzimmer überrascht. Wunderbar! So können Eltern und Kinder wirklich entspannt am Kongress teilnehmen!  An dieser Stelle vielen lieben Dank für das tolle Angebot, welches auch noch kostenlos war!

Nach der Verabschiedung geht es erst einmal zur Studentenlounge. Ich bin beeindruckt von den hier aufgestellten Snacks und Getränken. Damit habe ich nicht gerechnet. Schnell kommt man mit den anderen Studenten ins Gespräch und ein reger Austausch entsteht. Leider bleibt nicht allzuviel Zeit, denn die ersten Vorträge gehen schon los. Jeder hat sich so sein Programm zusammengestellt. Der eine besucht mehr Veranstaltungen, der andere weniger. Ich habe mir für den Kongress die Herzdiagnostik zum Schwerpunkt gemacht. Kurzerhand beschließe ich aber in Anbetracht des vielfältigen Programmes auch in andere Themen reinzuschnuppern. Im Handumdrehen ist es 18 Uhr  und Zeit den Kleinen abzuholen. Die Rückfahrt dauert nicht lange. Nur die vielen Treppen und fehlenden Aufzüge bei der U- und S-Bahn machen es etwas beschwerlich mit dem Kinderwagen. Doch schnell finden sich hilfsbereite Mitfahrer.

Für den hungrigen Magen gibt es zum Abschluss noch ein leckeres Essen im Hostel und dann geht es gesättigt von so vielen guten neuen Eindrücken schnell ins Bett. Wir möchten am nächsten Morgen ja schon wieder früh da sein.

Am nächsten Morgen bekommen wir ein leckeres Frühstück bei einem wunderbaren Panoramablick über den Hamburger Hafen. Das kann man so schnell nicht toppen!

Wohl gestärkt starten wir in einen schönen und ereignisreichen Tag. Ich besuche verschiedene Vorlesungsformate. FFF-Fit für den Facharzt und die Refresherkurse gefallen mir besonders gut. Die vermittelten Inhalte sind zum Teil für mich noch etwas viel. Mit vollem Kopf komme ich aus den Veranstaltungen. Herz, Abdomen, Mamma, Hals, Knochen, von allem ist etwas dabei! Doch das macht Lust auf mehr – mehr Radiologie, mehr Fälle, mehr Daten... ich sauge alles auf, höre mit gespitzten Ohren hin und habe mein flexibles Taschenbuch schon zur Hälfte vollgeschrieben. Hoffentlich kann ich das zu Hause dann noch alles entziffern... Dazwischen treffe ich andere Studenten und auch Ärzte aus meiner Klinik. Und plötzlich steht auch noch ein mir bekanntes Gesicht aus meiner Heimatregion vor mir – die Welt ist wirklich klein! An diesem Abend ist noch Studentenabend in den River Kasematten. Der Plan, dass der Kleine auf dem Weg einschläft geht nicht ganz auf, dafür sind die Schiffe an den Landungsbrücken zu interessant. Der jüngste Gast des Abends trinkt dann gleich das Glas Orangensaft zur Begrüßung aus und scherzt mit den anderen Gästen. Es wird ein schöner Abend.

Am Freitag schälen wir uns dann aus den Betten – der Abend davor war für das Kind doch spät geworden... das Frühstück dauert dieses Mal dann schon länger. Wir haben inzwischen einige andere Studenten kennen gelernt, man unterhält sich und tauscht sich über den Kongress, das Studium, etc. aus – eine schöne Atmosphäre.

Der Kongresstag ist wieder voller Programm. Refresherkurse, FFF, Lunchsymposium, Industrieaustellung.....die Postervorstellungen  und wissenschaftlichen Vorträge lasse ich erst einmal aus - das wird sonst alles zu viel. Bei dem großen Fortbildungsprogramm fällt schon die Entscheidung schwer, welche Veranstaltung ich besuchen möchte. Beim Lunchsymposium komme ich gar nicht mehr in den gewünschten Saal. Dort ist schon 20 Minuten vor Beginn wegen Überfüllung geschlossen. ...und am Abend darf ich einen glücklichen, erschöpften Piraten abholen, der die ganze Nacht durchschlafen wird!

Der Samstag steht ganz im Sinne der Studenten. Wer bis jetzt noch nicht wusste, dass Radiologie ein super Fach ist, der hat spätestens hier erfahren,  dass es ein absolutes Muss ist. Die Vielfalt und Einfachheit, Blickdiagnose und Kniffeligkeit wechseln sich ab und ergänzen sich. Und auch in der neuen Generation Y lässt sich die Radiologie gut einbringen. Mich hat das nochmal in meiner Wahl bestätigt! Danke dafür! Zum Abschluss besuche ich noch FFF-Thoraxdiagnostik und schreibe mir die Finger wund. Ein toller Vortrag mit sehr viel Input für die Arbeit! Und am Abend bekomme ich dann noch ein schönes, selbstgemaltes Bild geschenkt – mein Mitbringsel vom Röntgenkongress.

Am Sonntag ist Abreisetag. Diesen Tag nutzen wir noch in einer kleinen Gruppe, um Hamburg ein wenig zu erkunden. Fähre fahren, in der Speicherstadt spazieren gehen, das Rathaus anschauen, über die Alster blicken und einfach bei strahlendem Sonnenschein den Ausklang eines gelungenen Kongressaufenthaltes in Hamburg zu genießen. Glücklich fahren wir am Abend wieder gen Heimat mit viel Enthusiasmus für die radiologische Arbeit und die kommende Lernzeit!

Zum Abschluss ein herzliches Dankeschön an die DRG und an Prof. Wacker aus Hannover für die unkomplizierte Teilnahme am umfangreichen und großzügigen Stipendienprogramm. Ein Extra dickes Lob gibt´s für die Möglichkeit der Kinderunterbringung und -betreuung!

Wir gratulieren der Verfasserin des Gewinnerbeitrags zum Gewinn eines Buchgutscheins vom Thieme Verlag in Höhe von 150,00 Euro!

X KommentareNeuer Kommentar