Hellste-Koepfe. Wie wars? Als „hellster Kopf“ auf dem Röntgenkongress.
Wir planen Wartungsarbeiten am 12. April 2010 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Wie wars? Als „hellster Kopf“ auf dem Röntgenkongress

Auch in diesem Jahr versammelten sich Radiologen aus ganz Deutschland auf dem Röntgenkongress in Hamburg. Mit dabei waren 180 Studentinnen und Studenten, die über das Hellste-Köpfe-Patenschaftsprogramm der Deutschen Röntgengesellschaft am Kongress teilnahmen. Fatih Seker, Medizinstudent an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, war einer von ihnen und berichtet von seinen Erlebnissen.

Fatih Seker auf dem Deutschen RöntgenkongressDer europäische Radiologiekongress ECR in Wien (siehe "Rising Stars") hat definitiv Lust auf mehr Radiologie gemacht. Das Hellste-Köpfe-Patenschaftsprogramm der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) kam daher wie gerufen. Hierbei können Professoren und Weiterbildungsbefugte einen Studenten als „hellsten Kopf“ zur Teilnahme am Röntgenkongress schicken. Die Kosten dieses Kongressstipendiums teilen sie sich gemeinsam mit der DRG.

In meinem Fall habe ich PD Dr. Carolin Brockmann, die meine Doktorarbeit betreut und mich in meinem radiologischen Werdegang unterstützt, wegen des Kongressstipendiums angesprochen. Mit Prof. Dr. Christoph Groden, Leiter der Abteilung für Neuroradiologie, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, arrangierte sie meine Teilnahme am Röntgenkongress. Verbunden mit dem Stipendium war nicht nur die kostenfreie Anreise und Unterkunft in Hamburg, sondern auch die Teilnahme am Eröffnungsabend des Kongresses und am Studentenabend und vieles mehr.


Hamburg

Mit der Unterkunft in Hamburg hat die DRG eine sehr gute Wahl getroffen. Denn die Jugendherberge „Auf dem Stintfang“, in der wir Studenten untergebracht waren, hatte die perfekte Lage: Das Congress Center war mit der Bahn sehr gut erreichbar. Ich bevorzugte jedoch den Fußweg zum Kongress durch „Planten un Blomen“, eine 47 Hektar große Parkanlage inmitten der Großstadt. Weiterhin war für Feiersüchtige der „Kiez“ in unmittelbarer Nähe zur Herberge.

Der Kongress

Aber auch ohne den Kiez war es auf dem Kongress alles andere als langweilig, da das Programm sehr vielfältig war. Von wissenschaftlichen Vorträgen über „Refresher-Kurse“ bis hin zu praktischen Workshops wurde jedem etwas geboten. So bereiteten beispielsweise die „Fit für den Facharzt“ Vorträge Assistenzärzte für die Facharztprüfung in der Radiologie vor. Diese Sessions waren inhaltlich zwar durchaus anspruchsvoll, aber aufgrund der didaktischen Aufbereitung konnte man auch als Student einiges dazulernen. Besonders kurzweilig war es auch deshalb, weil man hier sein radiologisches Fachwissen bei Multiple-Choice-Fragen mittels TED-Abstimmung unter Beweis stellen konnte.

Auch die Vorträge für fortgeschrittene Fachärzte waren für Studenten interessant. Eine interdisziplinäre Vortragsrunde zum Thema „Interventionelle Radiologie“ verdeutlichte mir, wie begehrt radiologische Therapieverfahren in der medizinischen Nachbardisziplinen mittlerweile sind. Vor etwa 30 Jahren wurden noch Radiologen wie Charles Dotter von Gefäßchirurgen und Internisten für ihre Idee ausgelacht, stenotische Gefäße endovaskulär aufzudehnen (perkutane Angioplastie). Heute versuchen letztere, die Domäne der vaskulären Interventionen selbst zu übernehmen, um in der Therapie der Gefäßerkrankungen den Anschluss an die interventionellen Radiologen nicht zu verlieren.

Neben klinisch orientierten Vorträgen boten auch wissenschaftliche Sessions zahlreiche Tipps zur erfolgreichen Tätigkeit als Forscher. So betonte beispielsweise Prof. Dr. Fabian Kiessling in seinem Vortrag, dass für ein hohes wissenschaftliches Renommee nicht nur die Publikation in Journals mit hohem Impact Factor, sondern auch die Anzahl der Zitierungen wichtig ist (sog. „Hirsch-Index“). Zum Thema „Beantragung von Drittmitteln“ ermutigte Dr. Stefan Lohwasser, Geschäftsführer der DRG, Förderanträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft  (DFG) zu stellen. Als ehemaliger Programmdirektor der DFG wies er darauf hin, dass etwa die Hälfte aller Anträge aus medizinischen Bereichen genehmigt wird und sich somit die Antragstellung bei der DFG auf jeden Fall lohnt.

Am letzten Kongresstag wurden in den beiden Sessions „Radiologie für Studenten“ diverse Vorträge speziell für Studenten gehalten. Sie beschäftigten sich mit der Vorbereitung auf das Hammerexamen, mit der Tätigkeit als Assistenzarzt und den beruflichen Spezialisierungsmöglichkeiten in der Radiologie. Die Begeisterung, mit der die Radiologen von ihrem Fach erzählen, war faszinierend! Sie steht in Kontrast zu jenen frustrierten Chirurgen und Internisten im Klinikalltag, die einen dazu veranlassen, die eigene Berufswahl zu überdenken. Insbesondere die Vorträge von Prof. Dr. Josef Tacke und Prof. Dr. Michael Knauth haben mich in meinem Wunsch bestärkt, mich nach meinem Studium der interventionellen (Neuro-)Radiologie zu widmen.

Studentenlounge


Drum herum

Im Kongresszentrum waren wir Studenten in der Studentenlounge, die explizit nur für uns vorgesehen war, stets mit Kaffee, Säften und leckeren Snacks versorgt. Da konnte verständlicherweise so manch ein Facharzt nicht widerstehen und bediente sich am Buffet.

Aber auch außerhalb des Kongresses wurden wir von der DRG gut versorgt. Die Eröffnungsfeier am ersten Abend des Kongresses bot eine hervorragende Gelegenheit, Assistenz- und Fachärzte bei einem köstlichen Buffet kennenzulernen.

Gleicherweise wurden wir am Tag darauf beim Studentenabend in den River-Kasematten, einem gemütlichen Restaurant am Hafen, exzellent verköstigt. Hier ließ sich das Orga-Team der DRG  eine amüsante Überraschung einfallen: Zauberkünstler Nico  brachte die Anwesenden mit seinen Tricks zum Staunen und demonstrierte den angehenden Radiologen, wie wichtig genaues Hinsehen ist.


Fazit

Der diesjährige Röntgenkongress, insbesondere mit dem Programm für die „Hellsten Köpfe“, war zweifelsohne eine sehr gelungene Veranstaltung. Sie bot Studenten die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in die Radiologie zu gewinnen und auf dem Kongress wertvolle Kontakte zu knüpfen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der DRG, insbesondere bei Anja Johenning und Nina Keil, für die Organisation des Studentenprogramms, und bei allen Förderern bedanken, die uns Studenten die Teilnahme am Kongress ermöglicht haben.

Mitmachen!

Du möchtest gerne am nächsten Röntgenkongress teilnehmen? Dann wende dich z. B. an deinen Doktorvater in der Radiologie und sprich ihn bezüglich des Kongressstipendiums an. Um den Anmeldetermin nicht zu verpassen, empfiehlt es sich, den hellste-koepfe.de-Newsletter zu abonnieren (siehe Startseite). Voraussichtlich startet die Anmeldung für das Patenschaftsprogramm zum nächsten Röntgenkongress im kommenden November.


Bildergalerie zum Stipendienprogramm 2012

Bildergalerie zum 93. Deutschen Röntgenkongress

 

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